Crises - Coral Dreams

7.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2009

Label
7 Hard

Besetzung
Gesang: Dominik Eckert
Bass: Pavel Hurcik
Gitarre: Ondrej Hurbanic
Schlagzeug: Thomas Abts

Tracklist
1. Joan
2. Faker
3. The Chase
4. Stormy Weather
5. Horizon
6. Coral Dreams
7. Hopeless
8. Indifference
9. All Against Me
10. Fighting With Myself
11. When You Were Mine
12. The Blame

Datum: 03.09.2009 - Autor Frank
Oh je! Mit welchen Erwartungen soll man an eine CD gehen, wenn einem auf der einen Seite “Alternativ-Hightech-Metal-Rock” als Stil um die Ohren gehauen wird und als Einflüsse so musikalisch „unbedeutende und unfähige Bands“ wie Dream Theater, Rush und Metallica an die Hand gegeben werden.

„Hightech“? Bei mir? Hightech gehört in Elektrogeräte, aber nicht auf eine CD. Schlimmste Befürchtungen von Synthesizer Gedudel plagen mich und in 7 von 8 Fällen kann man sich Veröffentlichungen von Bands die sich gleich mit den Topacts messen wollen, gelinde gesagt vergessen. Ich fühle mich grade an eine Band namens “ Kerbdog“ erinnert, die den damaligen Alternativ/ Grunge Sound mit dem Matallica Sound bis zum schwarzen Album paaren wollten und damit grundsolide auf die Schnauze fielen. (Ein ähnliches Kunststück haben Metallica selber ja auch probiert. Das Ergebnis war damals genauso mies. Nur hat es sich besser verkauft.)

Wie gesagt, 7 von 8 und hier haben wir es, zumindest zum Teil, mit der Nummer 8 zu tun. Denn Hightech bezieht sich nicht auf irgendwelche Instrumente die künstliche kalte Töne erzeugen, sondern auf den Prog Einfluss der Jungs in ihre Songs einfließen lassen.

Musikalisch gibt es an Crises nichts zu deuteln, ganz im Gegenteil um mich richtig tief in die Materie einzuarbeiten müsste ich wahrscheinlich ein paar Nachhilfestunden bei den Vieren nehmen oder einfach etwas Musik studieren.

Bleibt also die gefühlte bzw. erlebte Musik. Da können Crises zu Beginn mit „Joan“ hoch punkten. Trotz wilder Rhythmuswechsel schaffen die Deutschen, dass wofür man Dream Theater oder Fates Warning lange vergöttert hat. Ein musikalischer Leckerbissen, an dem auch der nicht Musiker seinen Spaß hat. Der Refrain kickt, der Sound drückt und treibt nach vorne! Man kann sowohl genießen und zuhören als auch die Luftgitarre aufpusten und losrocken. Grob gesehen kann man dieses Phänomen über die ganze CD beobachten.

Und genau das ist das Problem der Scheibe – irgendwann schaltet der Musikhörer (und nicht Progfachmann) ab. Man wird hin und wieder durch gute bis geniale Einfälle zurück in die Realität geholt und döst wenige Minuten später wieder weg. Woran liegt das? Zum einen am Gesang von Dominik Eckert, der nicht schlecht ist, aber im Vergleich zu seinen Mitmusikern noch einigen Raum nach oben hat. Da kann variabler zu Werke gegangen werden.

Das klingt nun etwas danach, dass Crises eine junge aufstrebende Band sind, was jedoch nicht stimmt, da die Grundzüge der Band auf das Jahr 1995 zurückgehen. Aber der Sänger ist die zuletzt umbesetzte Position.

Für alle diejenigen die Crises kennen, kann ich nur sagen, dass „Coral Dreams“ im Gegensatz zu den Vorgängern ordentlich an Härte und Druck zugelegt haben.

Die Frage ob es ein Vor- oder ein Nachteil ist, wenn man sich so stark wie auf dem Album an seinen Vorbildern orientiert möchte ich offen lassen. Warum sollte man die Lücke zwischen den Megasellern nicht schließen, in wie weit man mit der Mischung Erfolge einfährt, vermag ich nicht zu sagen.

Alles in allem eine Scheibe auf der man aufbauen kann, wenn sich das Line up endlich mal stabilisiert…



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