Godsmack - The Oracle

8.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2010

Label
Universal Republic

Besetzung
Gesang/Gitarre: Sully Erna
Gitarre: Tony Rombola
Bass: Robbie Merrill
Schlagzeug: Shannon Larkin

Tracklist
1.Cryin' Like a Bitch
2.Saints and Sinners
3.War and Peace
4.Love-Hate-Sex-Pain
5.What If
6.Devil's Swing
7.Good Day to Die
8. Forever Shamed
9. Shadow of a Soul
10. The Oracle

Datum: 09.05.2010 - Autor Claudio
Eines habe ich gelernt in meinen Lebensjahren und zwar, dass man, wenn man Erfolg haben möchte, eine Persönlichkeit sein muss. Eine Persönlichkeit die spaltet, die sich abhebt und nicht immer das sagt, was die graue Masse hören möchte. Sully Erna, den ich noch als Drummer von Strip Mind in Erinnerung habe, ist so eine Person und mit seiner Band Godsmack hat er auch eines der heißesten Eisen des gesamten Biz im Feuer.

Godsmack sind jenseits des großen Teiches absolute Megastars und verkaufen sich dumm und dämlich, nur in Europa, respektive in Deutschland, scheint dies manchmal ein wenig unter zu gehen. Vielleicht übersehe ich dies aber auch, weil ich mehr ein Teil des Metalvolkes bin und da sind Godsmack nun einmal nicht wirklich angesagt. Emporkömmlinge sollen sie sein, gleichförmig ihre Musik und glücklich ihre Entscheidungen. Hallo, Emporkömmlinge? Sully Erna ist schon seit Urzeiten dabei, Drummer Shannon Larkin ist immerhin ehemaliges Mitglied der legendären Wrathchild America und Godsmack gibt es schon seit guten 10 Jahren. Die Musik ist auch alles andere als gleichförmig, da sich das Quartett nicht auf einen Stil beschränkt, sondern fröhlich von Metal zu Hardrock springt und damit ihr eigenes Genre mitbestimmt. Ein Genre, moderner , amerikanischer Bands, die sich einen Namen machen wollen und auch schon gemacht haben. Egal ob man Stone Sour, Disturbed oder halt Godsmack nennen möchte. Zuerst verlacht, nun teilweise vergöttert, aber immer akzeptiert.

Nun genug Ursachenforschung und auf zu “The Oracle”, welches eigentlich doch “Saints & Sinners” heißen sollte, dem inzwischen fünften Album der Herren aus Boston. Der letzte Longplayer “IV” ist mir persönlich aufgrund seiner merkwürdigen Atmosphäre und auch eigenwilliger Songs ein wenig übel aufgestoßen. Mein erster Kontakt mit den Jungs war halt “I Stand Alone”, aus dem Soundtrack des useligen Scorpiokönigs, und dieser Song hat mein Bild der Jungs um Erna halt geprägt und von Songs diesen Kalibers wird auf “The Oracle” mehr als genug geboten. Riffbetonte Rock/Metalsongs, die von einem starken Chorus und der charakteristischen Stimme Sully Ernas getragen werden. Eigentlich ist es beinahe unmöglich die Musik der Bostoner nicht als Metal zu bezeichnen, denn die Rhythmik der Gitarren, die Drums und auch die Strukturen sind Metal pur. Der Opener “Cryin´ Like A Bitch” ist direkt eine Ansage und ein Schlag ins Gesicht für alle Kritiker, denn Angepasst sind die Multiseller imemr noch nicht und satt erst recht nicht, was sie mit einem Song wie “Love-Hate-Sex-Pain” auch direkt beweisen. So prangt natürlich auch wieder der schöne “Parental Advisory” Sticker auf dem Album, der meines Wissens eh keinen Sinn oder Zweck hat, außer Eltern zu ärgern.

Rhythmischer und doch melodischer Metal/Hardrock, den man ohne Gewissenbisse als Nachfolger des Stadionrocks/Metals bezeichnen kann und auch sollte. Mich wundert es, dass so viele Menschen von dieser Musik angesprochen werden, denn eigentlich legen Bands wie Godsmack die Finger in Wunden, die es laut der amerikanischen Öffentlichkeit gar nicht geben sollte. Komische Sache das!

Nun aber genug des überschwänglichen Lobes, denn, ihr habt es geahnt, ich hab auch was zu mosern. “IV” ist nun gute 4 Jahre alt und man hat sich in dieser Zeit intensiv des Songwritings gewidmet. Das man Arbeit in das Album gesteckt hat und auch wirklich die besten Songs ausgewählt hat merkt man, aber warum so wenige und warum so wenig Spielzeit? 44 Minuten sind zwar gut und schön, aber der letze Song “The Oracle” ist mit mehr als sechs Minuten nicht nur der längste Song, sondern auch ein Instrumental und das trägt zu der Motivation bei, den Hörgenuss nach nur neun Songs einzustellen. Das ist tatsächlich der einzige Grund zu meckern, denn an Musik, Produktion und Aufmachung gibt es nichts, aber auch gar nichts zu meckern. Songs wie “Devil´s Swing” oder “Love-Hate-Sex-Pain” sind zeitlos und mal mit den Worten eines Bekannten Mitschreibers zu reden “Kindermusik” für Erwachsene. IN meinen Ohren das bisher stilsicherste Album von Godsmack und es wird es vielen Menschen leichter gestalten zu akzeptieren, dass Musik wie Godsmack nicht nur ein Anrecht darauf haben in dieser Szene zu existieren, sondern vielleicht näher an ihrem Grundgedanken ist, als sich das die meisten vorstellen wollen.

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