Jackal - IV

6.0 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2009

Label
Pure Steel Records

Besetzung
Gesang: Brian Rich
Alle Instrumente: Carsten Falkenlind

Tracklist
1. Reinforcement
2. In To The Core
3. Innocence
4. Angels
5. Disciple Of The Night
6. No Lifeguard On Duty
7. When The Heart Is Strong
8. Endgame
9. No One
10. Hunter

Datum: 21.06.2009 - Autor Claudio
“Vague Visions” und “A Safe Look In Mirrors” waren einfach nur Hammer und das waren Album Nummer zwei und drei der dänischen Metaller von Jackal. Nun liegt plötzlich, 15 Jahre nach “A Safe Look In Mirrors” das vierte Album der Herren auf meinem Tisch. Um ehrlich zu sein, hat schon damals kein Hahn nach den Jungs gekräht, aber trotzdem haben sie echt gute Platten gemacht und wenn sie Spaß an der Musik haben, also warum nicht. Doch eine Reunion macht nur Sinn, wenn man auch wirklich davon reden kann, denn vom Original Line Up ist nur Brian Rich übrig und den Rest besorgt alles ein Herr Carsten Falkenlind. Ein Name, der mir völlig unbekannt ist, ich hab nur mal den Namen irgendwo in Produzenten Credits gelesen, aber fragt mich nicht wo. Also nix Reunion, sondern Mogelpackung vor dem Herren.

Man ist ja nicht nachtragend und wenn die Musik passt, dann wäre das ja schon mal die halbe Miete. Musikalisch bewegen sie sich weiter auf den Pfaden, die schon Jackal eingeschlagen hatten. Klassischen Heavy Metal, ohne Schnörkel oder Firlefanz. Leider können sie die selbst auferlegte Klasse der Vorgängeralben insgesamt nicht halten. Richtig guten Songs wie “Angels” stehen dann altbackene Stampfer wie “Disciple Of The Night” gegenüber. Vielleicht bin ich auch nur älter geworden und mein Musikgeschmack hat sich wirklich so geändert, aber ich kann mich einfach nicht erinnern, dass Songs wie der genannte auf den alten Alben Platz gefunden hätte. Handwerklich ist alles im grünen Bereich und bei dem Herrn Falkenlind scheint es sich um ein wahres Musikgenie zu handeln, oder hatte doch Angelo Sasso manchmal seine Hände im Spiel? Zurück zur Musik, die sich, wie bereits gesagt, auf sehr klassischen Wegen bewegt. Eigentlich muss ich sagen, dass sie an manchen Stellen sogar ein bisschen zu klassisch ist. Ihre stärksten Momente hat “IV” in den ruhigen Momenten und auch wenn es ein wenig epischer wird kann das Album überzeugen. In den schnelleren Passagen verwandelt sich die Power zumeist in Gestampfe und man muss einfach sagen, dass in den letzten Jahren viele klassische Heavy Metal Bands gezeigt haben, wie es geht und was man besser lassen sollte. Wahrscheinlich hat Brian Rich da nicht wirklich aufgepasst, denn auch seine Stimme, die ich eigentlich immer als sehr angenehm empfunden habe, ist an manchen Stellen arg dünn und mir scheint es so, als wäre er mit manchen Passagen einfach überfordert.

Ich habe mir eine ganze Menge von Jackal erwartet und hätte mich wirklich gefreut, wenn sie endlich die Lorbeeren ernten können, die sie durchaus verdient hätten, aber ich bin mir sicher, dass ihnen das mit “IV” nicht gelingen wird. Auch wenn die Platte musikalisch durchaus überzeugen kann, ist vieles zu trocken zu angestaubt um junge Banger in seinen Bann zu ziehen. Die Menschen, die sich glücklich schätzen können und die oben erwähnten Alben in ihrem Besitz haben, denen sei angeraten, sich “IV” erstmal genau anzuhören. Dazu dürften sich “Angels”, “When The Heart Is Strong”, “No One” und “Endgame” am Besten eignen. Bei diesen Songs blitzt auf, was Jackal einmal so besonders gemacht hat. Vielleicht wäre aber Jackal auch immer noch etwas besonderes, wenn es sich noch um eine Band handeln würde, aber es ist einfacher einen Semi-legendären Namen wieder aufleben zu lassen, als ein Soloalbum aufzulegen, wenn man immer nur ein Teil einer Band war. Ich will Brian Rich nichts böses unterstellen, aber ich weiß, dass “IV” dem Namen Jackal in keinster Weise gerecht wird. So kann man “IV” nur als Aufflammen einer alten, längst vergessenen Liebe bezeichnen, die sich leider in eine kleine Enttäuschung wandelt.



Werbung




last.fm Player


TOP-NEWS
Redaktionsplaylist Januar 2012


RANDOM REVIEWS