Unherz - Unherzlich Willkommen

1.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2010

Label
Massacre Records

Besetzung
Felix – Gesang und Gitarre
Andy – Gitarre
Locke – Bass und Gesang
Bogi – Schlagzeug

Tracklist
1. Sünder vor dem Herrn
2. Die Bestie
3. Zwanzigzehn
4. Therapie
5. Die Zeit heilt alle Wunden
6. Amok
7. Dem Tod so nah
8. Verschenkte Jahre
9. Inferno
10. Unherz

Datum: 03.09.2010 - Autor Claudio
Und endlich ist es mal wieder soweit. Eine weitere Band schickt sich an den verwaisten Thron der Deutsch Metal Heroen Böhse Onkelz einzunehmen. Nicht das es mir etwas ausmacht, dass dieser Thron verwaist ist oder die komischen Onkelz jemals mein Interesse geweckt hätten, aber Metal mit deutschen Texten interessiert mich seit den Schweissern doch so ein wenig. Doch Unherz sind wahrlich nicht der Wahrheit letzter Schluss, denn zu offensichtlich ist, in meinen Ohren jedenfalls, die Verbeugung vor den Hampelmännern aus Frankfurt am Main. Schon der erste Song “Sünder Vor dem Herrn” könnte als Coverversion durchgehen. Zu ähnlich ist die Herangehensweise im lyrischen wie musikalischen Sinne. Saufen und zeigen wie rebelliusch man meint zu sein...ziemlich lahm. Song zwei greift zwar mit dem Thema Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche ein brandheißes Thema an, aber wieder klingen ie Tanten mehr als einmal durch und diesmal besonders durch die Stimme von Felix und auch die Melodieführung klingt zwanghaft bekannt. Als dann mit “Zwanzigzehn” auch noch eine Hommage an des Jogis dolle Fußballmannschaft erklingt fallen alle Scheuklappen und es brechen alle Dämme.

Die anderen deutschrockenden Songs ziehen nun völlig belanglos an mir vorbei und ich frage mich, warum so ein Album erscheint? Denn Musik machen können die Jungs und der Produzent weiß auch wie ein Album zu klingen hat. Warum klingt man zu oft zu auffällig nach Frankfurts Klabusterbande? Okay, die Gitarrenführung ist hier und da einen Schlag metallischer, aber das geschieht einfach zu selten. Man sollte sich als Band zwar nicht von einer Band abgrenzen, aber man sollte sich mehr als nur marginal von ehemaligen Stars unterscheiden.

Mein Vorwurf des Kopistentums steht nun im Raum und ich halte ihn aufrecht. Vielleicht sieht das jemand anders, aber ich habe den Versuch gemacht und “Unherzlich Willkommen” mal in der Öffentlichkeit laufen lassen. Wenn durchweg alle verwundert sind, dass ich ja doch Onkelz höre, dann dürfte eigentlich alles klar sein. “Unherzlich Willkommen” ist ein Album, dass nur Fans brauchen, die NUR Onkelz gehört haben. Plakative Texte auf Boulevardniveau (einfach mal die Lachnummer “Amok” anhören...Schüttelreimen in absoluter Perfektion), Songs die keinerlei Überraschungen bergen und Pathos in allen Ecken und Ritzen. Im Endeffekt Schlager fürs Bierzelt rockende Volk oder Metal für Menschen die unsere Musik niemals verstehen werden. Kinder, das war mal ein richtiger Griff ins Klo und ich gebe nur ein paar Punkte für die Produktion. Jetzt kommt auch noch mein Patenkind angerannt und will wissen auf welcher Onkelz Scheibe denn der Song ist.....oh Mann. Vielleicht muss ich mich irgendwan einmal bei irgendwem für meine Worte entschuldigen, aber wirklich bereuen werde ich sie nicht....gehabt euch wohl !

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