V.A. - ReUnation – Tribute To Running Wild

6.5 von 10 Punken


Erscheinungsjahr
2009

Label
Remedy Records

Besetzung
S.O.

Tracklist
1. POWERWOLF - Riding The Storm
2. FATE - Soul Vampires
3. ORDEN OGAN - The Battle Of Waterloo
4. ESENIA - Resurrection
5. 5TH SONIC BRIGADE - Angel Of Mercy
6. SATANOCHIO - Siberian Winter
7. DEADLOCK - When Time Runs Out
8. SKILTRON - Ballad Of William Kidd
9. MOTORJESUS - The Rivalry
10. SUIDAKRA - Marooned
11. THUNDERSTORM - Welcome To Hell
12. WITHERING SOUL - Firebreather
13. WARHEAD - Faceless
14. WILD KNIGHT - Tsar
1. JOSE JUAN GALLEGO - Draw The Line
2. MAGICA - Victory
3. CHINCHILLA - Conquistadores
4. HELLISH WAR - Return Of The Gods
5. OVERTURES - Pirate Song
6. BURNING POINT - Gods Of Iron '09
7. CUSTARD - Under Jolly Roger
8. SEVEN SEAS - Detonator
9. HALOR - Little Big Horn
10. THUNDERBLAST - Timeriders
11. CRYSTAL VIPER - Libertalia
12. EVERTALE - Blazon Stone
13. WINTERS DAWN - Into The Fire
14. HEAVENLY - Masquerade
15. SOLEMNITY - Dr. Horror
16. WITCHTRAP - Victim Of States Power
17. RAVAGE - Fight The Fire Of Hate

Datum: 23.11.2009 - Autor Frank
Es gibt Dinge, da fange ich innerlich an zu kochen. Dazu gehören Leute die mir (oder auch euch) erklären wollen, was man unbedingt hören muss, damit man ein echter Rocker / Metalhead ist.

Grad erst hab ich sowas wieder gelesen. Jemand, der in meinen Augen eigentlich kompetent ist, will mir weißmachen ich bin kein echter Rocker weil in meinem Schrank nicht der komplette AC/DC – bzw. Motörhead Backkatalog steht. Ich sag einfach mal Bullshit! Andere Zeiten, andere Taktgeber. Die Jungs, die so langsam auf die große 5 zu laufen sind mit diesen Bands groß geworden und deshalb sind sie für sich essentiell. Es folgten die Kiss Jünger, diejenigen bei denen an Iron Maiden und Co kein Vorbeikommen war, dann die Zeit in als man unbedingt Metallica / Guns n Roses haben , später Soundgarden, Pearl Jam und Co, später Pantera/ Biohazard. Und letztendlich Slipknot und Co! Nur weil Der Banger, der Anno 2009 grad mal ne 2 vor dem Komma hat, mit Motörhead oder Maiden nichts anfangen kann, ist er kein wirklicher Metalhead? Quark! Jede Zeit hat seine Bands und oft entdeckt man die Helden der Vorgänger Generation erst späterfür sich!

Ich werde nie ein echter AC/DC Fan und auch Motörhead werden kein Dauergast in meinem CD-Player. Ich habe ein paar Scheiben und gut ist, aber ich respektiere die Bands. Wer weiß wie sich die harte Musik Szene ohne Angus und Lemmy entwickelt hätte – deshalb Respekt.

Warum komme ich grade bei dieser Scheibe darauf? Nun ja, auch wenn Rock ´n´Rolf Kasparek in den letzten Jahren langsam das zerstört hat, was er (und seine jeweiligen Mitstreiter) aufgebaut haben, sollte man die Band mit angemessenem Respekt behandeln. Was Running Wild für den deutschen Metal getan haben wird einem bei diesem Tribute Sampler klar. Seien es die einmaligen Hymnen der Anfangszeit („Prisoners of our Time“, “Chains and Lether“) oder Knaller wie „Victim of States power“, „Conquistadores“, „Little Big Horn“, „Under Jolly Roger“ und so weiter und so weiter. Die Gruppe hat die New Wave of German Metal geprägt kaum eine andere, weil sie bis weit in die 90`er konstant gute bis sehr gute Scheiben rausgebracht haben. Selbst in der Zeit, als der Grunge und Alternativ die Metal Szene untergraben haben, hat Rolf sein Nietenarmband stolz in die Luft gereckt und all denen die Heavy Metal für tot erklärten den Stinke… ähm die Pommesgabel gezeigt und ihnen mit „Black Hand Inn“ eines der stärksten Running Wild Alben vor den Latz geknallt. Mit Wiederaufblühen der Szene und unnötigen Experimenten wie Herrn Angelo „nicht Drumcomputer“ Sasso, fürchterlich laschen Drumsounds, wurde die Piratenkogge letztendlich auf ein Riff gesetzt und letztendlich in Wacken 2009 endgültig (wie man hört recht unwürdig) versenkt.

Ende, aus, Micky Maus.

31 der mehr oder weniger Running Wild Hits wurden nun nochmal in Gedenken an die wunderbaren Jahre auf Tonträger gebannt. Wie schon beim ersten Teil des Tributes setzt Remedy Records auch diesmal auf unbekanntere oder aufstrebende Underground Bands.

Tja und genau da stellt sich die Frage nach Sinn und Zweck! Was habe ich davon wenn Bands Chinchilla („Conquistadores“) oder auch Custard („Under Jolly Roger“) einen Running Wild Song nachspielen und dabei so nah am Original bleiben, dass ich mir auch gleich das Original aus dem Plattenschrank kramen kann. Selbst Bands, von denen ich mir eine andere Interpretation erhofft habe übertragen Running Wild nicht in ihren Stil, sondern bleiben sehr dicht am Original. SowohlPowerwolf( „Riding the Storm“)alsauch Motorjesus („ Rivalry“) bewegen sich ein ganzes Stück von ihrer eigentlichen Musik weg um den Running Wild Fan nicht unnötig auf den eh schon scherzenden Fuß zu treten..

Suidacra („Marooned“) beweisen da etwas mehr Mut und basteln richtig am Song. Dem Running Wiid Die Hard Fan wird es nicht gefallen was man da aus seinem Heiligtum macht … aber dieser Mut hätte einigen anderen auch gut zu Gesicht gestanden. Ähnlich mutig sind Fate mit ihrer seventiesmäßigen Interpretation von „Soul Vampires“ (Deep Purple lassen grüßen). 5th Sonic Brigarde, die aus „Angel of Mercy“ eine geile Keyboardballade machen, gefallen mir mit ihrer Idee auch sehr gut.

Probleme habe ich mit „Dreadlock“, Loops, Elektrosound und Jallerelse, das ist nicht meine Welt, aber insgesamt doch lieber, als Thunderstorms „Welcome To Hell“ was letztendlich nur etwas tiefer gespielt ist. Erwähnenswert noch die Thrash Death Version von“Firebreather“ durch „Withering Soul“.

Eine nette Geste kommt vom ehemaligenRunning Wild gegenpart Frank Knight (X-Wild) und ex Running Wild Majk Moti die unter dem Namen Knight Wild nochmal ordentlich Gas geben. Running Wild in Reinkultur. (Vielleicht werden wir von Frank und Majk als Knight Wild ja nochmal etwas eigenes hören)

Es gibt viel Masse und alle Songs von der jeweiligen Band noch unveröffentlicht. So dass man nicht von Abzocke sprechen kann, aber ein sehr würdiger Abschied wäre es für meinen Geschmack gewesen, wenn die ehemaligen Weggefährten aus der Band (die sich auf der CD einigen Bands angeschlossen haben) auf dem Silberling verewigt hätten und auch Bands die in den vergangenen 20 oder 30 Jahren mit Rock ´n´Rolf über die Bühnen dieses Kontinents geschippert sind, sich mal ein paar Stunden Zeit genommen hätten und die Klassiker in ein neues Gewand gepackt hätten.

Onkel Tom mit „Wir sind Knackis unserer Zeit“ , eine Rage Version von „Little Big Horn“, Grave Digger mit „ Gods of Iron“ oder ein Blind Guardian Bombast zu „Conquistadores“ wären dabei nur einige Vorschläge die mir spontan durch die Birne flitzen.

Alles in allem wird hier die Qualität des Originals nur selten erreicht. Also letzte Ehre erweisen oder doch Geld sparen? Ihr entscheidet diesmal selbst.



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